Noch hat nur wenig Öl die Küsten vor New Orleans erreicht. Der Ölteppich, der inzwischen eine Fläche so groß wie Schleswig-Holstein bedeckt, treibt vor den Bundesstaaten Louisiana, Mississippi, Alabama und Florida im Golf von Mexiko. Wann er die Küsten erreicht, hängt vor allem vom Wind ab.
Jeden Tag fließen bis zu 795.000 weitere Liter Erdöl aus den Lecks in 1500 Metern Tiefe, die das Unglück auf der gesunkenen Bohrinsel Deepwater Horizon gerissen hat. Bisher konnten sie nicht gestopft werden.
Die Fischer an den Küsten haben die Fischerei eingestellt und helfen stattdessen mit ihren Booten, die Ölpest mit Barrieren im Meer einhudämmen. Das Öl gefährdet nicht nur die Lebensgrundlage der Menschen, sondern auch diverse Tier- und Pflanzenarten im Wasser und an Land: von Delfinen, Seekühen, Robben und Meeresschildkröten über Seevögel, Fische und Krebse bis hin zu den kleinsten Organismen im Meer. Das Ökosystem in der Region könnte für Jahrzehnte Schaden nehmen, fürchten Umweltschützer.
Das Öl ist für Tiere und Pflanzen nicht erst dann gefährlich, wenn es an Land gespült wird und alles verklebt. Tiere, die mit dem Treiböl im Wasser in Kontakt kommen, können an Vergiftungen sterben oder ersticken, weil das Öl die Atemwege verstopft. Verschlucken die Tiere die zähe schwarze Masse, schädigt das den Verdauungstrakt und sie verhungern. Säugetiere geben die Giftstoffe über die Muttermilch an den Nachwuchs weiter – mit oft tödlichen Folgen. In Mississippi wurden bereits mehr als 20 verendete Meeresschildkröten an Land gespült – ob sie an den Folgen der Ölkatastrophe starben, soll eine Obduktion der Tierkadaver im Institute for Marine Mammals Studies in Gulfport klären.
Wenn Tiere einmal mit dem Öl in Kontakt gekommen sind, ist es schwer, ihnen noch zu helfen. Delfine oder Meeresschildkröten einzufangen und vom Öl zu befreien, ist so gut wie unmöglich – wenn sie überhaupt an Land gespült werden, sind sie meistens schon tot. Bessere Erfahrungen haben Tierschützer mit der Rettung von Seevögeln. Sie gehören zu ersten Opfern von Ölunglücken, da sie auf hoher See nach Beute suchen. Der Ölteppich lässt das Meer aus der Luft ruhig erscheinen und verführt die Vögel dazu, für eine Ruhepause im Wasser zu landen. Passiert das mitten im Öl, verklebt ihr Gefieder und sie sind gefangen.
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